Unsere Unternehmen brauchen Nachwuchskräfte!“

Hochkarätig beset­zt war das Podi­um beim zweit­en Expertenge­spräch der CDU, das unter der Über­schrift „Wirtschafts­stan­dort Arns­berg“ im Stadt­teil Hüsten stat­tfand: Jochem Hunecke, Haupt­geschäfts­führer der Kreis­handw­erk­er­schaft Hochsauer­land, Meinolf Nie­mand, Haupt­geschäfts­führer der Handw­erk­skam­mer Süd­west­falen, Dr. Volk­er Verch, Geschäfts­führer des Unternehmensver­ban­des West­falen-Mitte, und Bürg­er­meis­ter Hans-Josef Vogel disku­tierten mit mehr als 80 Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmern die Anforderun­gen an einen mod­er­nen Wirtschafts­stan­dort Arns­berg.

Wirtschaft bedeutet Wohl­stand“, über­schrieb Unternehmensver­bands-Geschäfts­führer Dr. Volk­er Verch die Bedeu­tung der Wirtschaft für die gesamte Region Süd­west­falen und ins­beson­dere für den Stan­dort Arns­berg. Denn schließlich han­dele es sich in der hiesi­gen Region nicht um den Ferien- oder Freizeit­park des Ruhrge­bi­etes, wo im Touris­mus das Geld ver­di­ent werde, son­dern um eine Region, die mit­tler­weile mehr Indus­triear­beit­splätze vorhalte, als das Ruhrge­bi­et. Die Wirtschaft in Arns­berg mit zahlre­ichen soge­nan­nten Hid­den Cham­pi­ons, also wichti­gen (Zulief­er­er-) Betrieben für die Weltwirtschaft und teil­weise auch Welt­mark­t­führern in ihrer Branche, hät­ten eine gute Aus­gangs­ba­sis: näm­lich im Gegen­satz zum Ruhrge­bi­et eine hohe Beschäf­ti­gungsquote und ein land­schaftlich her­aus­ra­gen­des Leben­sum­feld für die Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer.

Die große Her­aus­forderung heute sei, die Region zu ver­net­zen und in Zeit­en des Demografis­chen Wan­dels bei altern­den Belegschaften auch für junge und qual­i­fizierte Nach­wuch­skräfte zu sor­gen. Dazu sei auch ein pro­fes­sionelles Regional­mar­ket­ing erforder­lich, mit dem es gelinge, junge Men­schen in der Region zu behal­ten und Men­schen für die Region zu gewin­nen.

Ein Aspekt, den auch Handw­erk­skam­mer-Haupt­geschäfts­führer Meinolf Nie­mand unter­strich: „Unsere Unternehmen brauchen Nach­wuch­skräfte!“. „Wir haben in Arns­berg allein nicht genü­gend Poten­tial“, mah­nte Nie­mand. Fachkräfte müssten heute schon von außer­halb gewon­nen wer­den, um als Betrieb und Unternehmen weit­er­hin inno­v­a­tiv und leis­tungs­fähig in der Region aufgestellt zu sein.

Dr. Volk­er Verch und Meinolf Nie­mand sind sich einig: „Wirtschaft­spoli­tik bedeute immer gle­ich auch Schulpoli­tik – erfol­gre­iche Arbeits­mark­t­poli­tik geht Hand in Hand mit guter Schulpoli­tik“. Dabei solle der Fokus in den Schulen – vor allem im Bere­ich der Haupt‑, Real- und Sekun­darschulen – aus Sicht der Wirtschaft auf die Beruf­swahlvor­bere­itung gerichtet wer­den.

Einig waren sich die Wirtschafts- und Handw­erk­ervertreter in der Bew­er­tung der Zusam­me­nar­beit mit der Stadtver­wal­tung Arns­berg: „Die kun­de­nori­en­tierte Ver­wal­tung in Arns­berg ver­ste­ht ihr Geschäft“, lautete das Lob von Wirtschafts­seite. Unab­hängig davon jedoch übte Jochem Hunecke als Haupt­geschäfts­führer der Kreis­handw­erk­er­schaft die Bürokratie von Seit­en der Europäis­chen Union: „Was da teil­weise geschieht, ist kaum nachvol­lziehbar – die Rah­menbe­din­gun­gen für kleine und mit­tlere Unternehmen haben sich auf dieser Ebene mas­siv ver­schlechtert“.

Ins­ge­samt reiche vor dem Hin­ter­grund der Her­aus­forderun­gen des Demografis­chen Wan­dels und des Struk­tur­wan­dels in vie­len Indus­triesek­toren die klas­sis­che Wirtschafts­förderung ein­er Stadt wie Arns­berg nicht mehr aus, fasste Bürg­er­meis­ter Hans-Josef Vogel die Diskus­sion und die zahlre­ichen Fra­gen des Pub­likums zu wirtschafts­fördern­den Maß­nah­men der Poli­tik und Ver­wal­tung zusam­men.

Wir wer­den weit­er und mehr in Bil­dung investieren müssen. Die Innen­städte müssen fit wer­den für den Wet­tbe­werb mit dem elek­tro­n­is­chen Han­del und die Frage um die Vere­in­barkeit von Fam­i­lie und Beruf muss ergänzt wer­den um die Frage um die Vere­in­barkeit von Beruf und Pflege“, so Hans-Josef Vogel.

Das alles“, so fasste es zum Ende des zweistündi­gen Expertenge­spräch­es Mod­er­a­tor und CDU-Frak­tionsvor­sitzen­der Klaus Kaiser zusam­men, „sind wichtige Aspek­te eines Zukun­ft­spro­gramms für Arns­berg. Wir schätzen jeden Betrieb in der Stadt, sei es der kleine Handw­erks­be­trieb, sei es das große Indus­trie­un­ternehmen. Dadurch haben die Men­schen eine Zukun­ft. Und wir wollen gemein­sam mit allen Lösungsan­sätze suchen. Wir set­zen auf die aktive Bürg­er­schaft“.

Weit­ere The­men­felder behan­delt die CDU am 20. März unter der Über­schrift „Soziale Stadt der Zukun­ft“, am 16. April unter der Über­schrift „Dig­i­tale Stadt der Zukun­ft“ und am 24. April zum zen­tralen The­ma „Demografie“.