Domprobst: „Traditionen überleben nur, wenn Inhalte transportiert werden“

Was macht Tra­di­tio­nen aus und wie geht unsere heutige Gesellschaft mit ihnen um? Das waren die bei­den Kern­the­men, die der Köl­ner Dom­pro­b­st Dr. Nor­bert Feld­hoff beim Stiftungs­fest des CDU-Ortsver­ban­des Neheim Ende Novem­ber mit Dirk Hilde­brand vom Hell­weg-Radio im Restau­rant 1220 disku­tierte. „Tra­di­tio­nen sind heute nicht unwichtig, aber sie müssen immer wieder neu mit Leben gefüllt wer­den“, so der Köl­ner. „Wenn jemand sagt, eine Tra­di­tion solle beste­hen bleiben, sich aber nicht für sie ein­set­zt, wird er schnell merken, dass das nicht funk­tion­iert.“ In seinen Augen beste­ht bei vie­len Tra­di­tio­nen die Gefahr, dass nur eine äußere Hülle bleibt, die wegge­wor­fen wird, wenn keine Inhalte ver­mit­telt wer­den. „So gilt dies auch für die Kirche. Wenn Jugendliche nichts mit Reli­gion anfan­gen kön­nen, ist es nicht gelun­gen ihnen Inhalte mitzugeben.“

Tra­di­tio­nen dür­fen aber auch nicht zum Still­stand führen. „Für den heuti­gen Köl­ner Dom wurde damals die größte Kirche Europas abgeris­sen“, berichtete der Geistliche im Hin­blick auf den geplanten Abriss eines Haus­es in der Neheimer Fußgänger­zone. „Ein nicht baufäl­liges Gebäude wurde für den let­zten Schrei zur Seite geräumt. Dies wäre nicht möglich gewe­sen, hätte es unseren heuti­gen Bes­tim­mungen gegeben. Doch an jede Tra­di­tion und auch an jedes Tra­di­tion­s­ge­bäude muss man dif­feren­ziert herange­hen. Es ist wichtig, gemein­sam zu disku­tieren, abzuwä­gen und zu entschei­den und – vor allem im kirch­lichen Bere­ich – sind die Gebäude am schön­sten, an denen mehrere Gen­er­a­tio­nen gebaut haben.“

Im Anschluss an das Gespräch, an dem sich auch einige Zuhör­er aktiv beteiligten, ehrte die Vor­sitzende des Ortsver­ban­des Gisela Schulte Herib­ert Friedrich Rocholl und Rupert Veh für ihre 50-Jährige Parteim­it­glied­schaft. Axel Desch, Agnes Drans­feld, Hans Feikes, Dieter Henri­ci, Klaus Kaiser, Mar­gret Koerdt, Josef Lenze, Josef Mein­schäfer, Ingrid Mertes­dorf, Karl Rot­tke, Bernd Rot­tke, Ger­hard Spiek­er­mann, Ernst Truer­nit, Alfred Vet­ter und Ingrid Wes­sel dank­te sie für 40 Jahre Treue zur Partei. Eber­hard Feld­mann und Her­bert Post erhiel­ten für ihre 25-Jährige Parteizuge­hörigkeit eben­falls ein Dankeschön.